SPD-Kandidaten gewinnen kommunalpolitischen Boden zurück

Wahlen

SPD feiert im Neckar-Odenwald Zuwächse und zwei zusätzliche Kreistagsmandate

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Unter diesem Motto traf sich der SPD-Kreisvorstand in der Gaststätte „De Treff“ in Mosbach um die Ergebnisse der Kommunalwahl auszuwerten.

„Wir haben kommunalpolitischen Boden zurück gewonnen“, so der SPD-Kreisvorsitzende Jürgen Graner einleitend. Als beachtlich bezeichnete es Graner, dass die SPD im Neckar-Odenwald-Kreis entgegen aller Trends zulegen konnte und gleich zwei Sitze im neuen Kreistag mehr stellt. „Es war schwer, aber wir haben es durch gute Arbeit und gute Kandidatinnen und Kandidaten geschafft kommunalpolitische Persönlichkeiten wie MdL a. D. Gerd Teßmer, Karlheinz Schmidt und den leider viel zu früh verstorbenen und unvergessenen Bürgermeister und MdL Karl-Heinz Joseph nach Stimmen mehr als zu ersetzen. Fast ausnahmslos haben die amtierenden Kreisräte deutlich zugelegt. Beispielhaft seien die Ergebnisse der SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzenden Heide Lochmann, Herbert Kilian und MdL Georg Nelius. Bedauert wurde, dass die beiden Kreisräte Ursula Hammer und Lars Ederer nicht mehr im neuen Kreistag vertreten sind.

Einen positiven Trend gibt es auch bei den Gemeindratswahlen. Mit wenigen Ausnahmen konnte die SPD ihre Sitze halten oder gar ausbauen. Mit Herbert Kilian (Walldürn), Heide Lochmann (Adelsheim); Norbert Richter (Seckach), Karlheinz Graner (Haßmersheim); Birgit Müller und Roland Stolz (beide Höpfingen) stellen Sozialdemokraten die Stimmenkönige in ihren Ortschaften. „Wir haben jetzt mehr Gemeinde- und Kreisräte als vor dem 7. Juni“, fasste SPD-Kreisvorstandsmitglied Julian Stipp die Analyse zusammen. Auch die Jusos Benni Köpfle (Osterburken) und Kai Gräf (Ravenstein) sind zufrieden, weil diesmal mehr Jusos den Sprung in den Gemeinderat geschafft haben oder auf aussichtsreichen Nachrückerplätzen rangieren.

Das sei umso erfreulicher wenn man das Europawahlergebnis als Schablone habe. Immerhin konnte sich die SPD in den Neckartalgemeinden teilweise sehr deutlich vom Bundes- und Landestrend abkoppeln. Dennoch gibt es an diesem Ergebnis wenig schönzureden. Ein Erfolg sei immerhin, dass nun der Mannheimer Peter Simon neben MdEP Evelyne Gebhardt mit am Brüssler Tisch sitzt und Interessen der Metropolregion Rhein-Neckar einbringen kann.
Es schloss sich eine Diskussion über den Kurs der Sozialdemokraten an. Die SPD-Bundestagskandidatin Gabriele Teichmann stimmte auf den Bundestagswahlkampf ein. Es sei noch nichts entschieden. Sie werde um jeder Stimme kämpfen. Teichmann: „Es gibt eine Mehrheit für eine Politik, die demokratisch ist und sozial. Dieses Land ist kein Land der kalten Egoisten. Es wird eine Mehrheit geben für eine Politik, die in der Krise nicht tatenlos zusieht, wie Hunderttausende unverschuldet ihren Job verlieren.
Es wird eine Mehrheit geben für eine Politik, die den Kündigungsschutz und andere Arbeitnehmerrechte auch in der Krise verteidigt, die gegen die Zweiklassen-Medizin steht, die für die Umwelt kämpft und fest zum Atomausstieg steht und die eine gute Bildung für alle will.“

Die SPD müsse sich um die sozial Schwachen und gleichzeitig um die Mitte kümmern. Es gehe dabei um ein ganz konkretes Profil der solidarischen Mitte: Politik für den Durchschnittsverdiener zu machen, so Bundestagswahlkampfleiter Horst Saling: „Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, ob Selbstständige oder Arbeitnehmer, die morgens aufstehen, arbeiten gehen, sich um ihre Familie und Kinder kümmern und sich abends und an Wochenenden mit ihrem ehrenamtlichen Engagement für die Gemeinschaft einsetzen. Das sind diejenigen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten.“

 
 

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